Gesundes Arbeiten geht uns alle an

Seit 2006 hat sich die Anzahl der Krankheitstage deutscher Arbeitnehmer um 50% erhöht. Damals fehlten die Leute durchschnittlich 10 Tage pro Jahr. Heute sind es 15. Das kostet Arbeitgeber bares Geld und die kranken Mitarbeiter haben sicherlich auch nicht so viel Spaß am krank sein. Das betrifft auch Blaumacher: Wer bei sich bei seiner Arbeit so unwohl fühlt, dass er oder sie sich genötigt sieht daheim zu bleiben obwohl alles körperlich in Ordnung ist, ist auch nicht gesund. In jedem Fall sollten diese Themen angegangen werden und, wo möglich, auch gelöst werden.

Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit!

In unserer Alltagssprache meinen wir mit “gesund” in der Regel “nicht krank”. Jeder Mensch, der nicht von einer Krankheit befallen ist wird also als gesund betrachtet. Aber stimmt das so wirklich? Was ist wenn man einen Todesfall in der Familie erlebt, sich mitten in einem Konflikt befindet oder grade ein Kind bekommen hat? Ist man dann “gesund”, oder nicht? 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO bietet hier Abhilfe, denn Sie definiert Gesundheit wie folgt:

Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“

Gesund ist, wem es körperlich, geistig und sozial gut geht!

Das kommt der Sache schon näher! Die Menschen aus den oberen Beispielen sind natürlich nicht gesund. Die genannten Beispiele beschreiben alle Situationen, die auf verschiedene Arten belastend sind und sich zumindest zu Beginn sicherlich negativ auf das Wohlbefinden auswirken werden. Und Höchstleistungen zu bringen während man trauert, wütend ist oder seit Wochen nicht durch geschlafen hat ist kaum möglich.

In diesem Denken sind Menschen zwar nicht gleich “krank”, nur weil es Ihnen schlecht geht, aber eben auch nicht gesund. Viel mehr wird aus einer schwarz/weiß Kategorie ein Spektrum an Möglichkeiten, auf dem sich unsere Gesundheit hin und her bewegt. Diese Bewegung wird hauptsächlich durch die Dinge verursacht die wir erleben und aus dem Verhalten, mit dem wir darauf reagieren.

 

Krankheit resultiert in Absentismus oder Präsentismus

Wenn wir uns bei der Arbeit schlecht fühlen, dann gibt es eine Entscheidung zu treffen: Daheim bleiben oder sich zur Arbeit schleppen? In Deutschland gilt vielerorts noch, dass besonders tolle Mitarbeiter auch “mit dem Kopf unterm Arm” zur Arbeit kommen. Zu Hause bleiben, wenn man sich unwohl fühlt ist eher was für Härtefälle und Weicheier. Tja, was machen wir denn jetzt damit?

Klar: Absentismus ist kacke. Besonders wenn Menschen daheim bleiben, obwohl Sie leistungsfähig sind, und schwänzen. Aber warum schwänzt denn jemand die Arbeit? Da mangelt es ja nicht an der körperlichen oder mentalen Gesundheit, sondern vielleicht eher an der sozialen? Es gibt viele Gründe daheim zu bleiben, obwohl man sich eigentlich gut fühlt. Vielleicht ja grade, damit es so bleibt? Viele Menschen berichten von Arbeitsplätzen, die sich negativ aufs Wohlbefinden auswirken: Schreiende Chefs, sinnlose Aufgaben oder Konflikte unter Kollegen sind nur ein paar mögliche Gründe.

Präsentismus ist schlimmer als Absentismus!

Und was ist jetzt mit Präsentismus? Das ist noch schlimmer! Und zwar etwa doppelt so schlimm. Auch hier hat die BAUA Daten erhoben und kommt zu dem Entschluss, dass langfristig Präsentismus die teurere Alternative für Arbeitgeber ist. Und das macht auch Sinn. Wer krank zur Arbeit erscheint verdient dafür kein Lob: Es entsteht Ansteckungsrisiko für die Kollegen, die Arbeitsgeschwindigkeit ist langsamer als normal, es entstehen mehr Fehler und Unfälle und die Fähigkeit, und die kognitiven Fähigkeiten sind geschwächt. Auf die Dauer recht sich das! Wer tendenziell krank zur Arbeit kommt (zB mit einer Erkältung) ist 2 Jahre später mit höherer Wahrscheinlichkeit länger krank, eher gefährdet an einer Depression zu erkranken und hat ein messbar schwächeres Immunsystem. Ein paar Tage Arbeit zu opfern, um sich zu erholen, lohnt sich also auf lange Sicht!

 

Arbeitgeber sollten sich mit Gesundheit beschäftigen!

Arbeit und Gesundheit hängen eng zusammen. Arbeit kann unter Umständen krank machen, aber auch gesund erhalten. In diesem Blog Post habe ich Ihnen einen Überblick gegeben über die Definition von Gesundheit, sowie gezeigt, dass sich Absentismus und Präsentismus aus verschiedenen Gründen entwickeln können. Außerdem kostet Präsentismus den Arbeitgeber langfristig doppelt so viel wie Absentismus. Dieser Blog Beitrag ist der Erste in einer Serie. Im nächsten Teil gehe ich ein auf die Faktoren bei der Arbeit, die kränkend wirken (können) und wie Sie sich auswirken. Im Beitrag darauf erfahren Sie, welche Faktoren bei der Arbeit gesunderhaltend wirken.

Ich freue mich auf Sie!

Jonas Jankus

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